Liebe Gästin,
es braucht Mut, den ersten Schritt zu tun um sich mit so etwas auseinander zu setzen - und den Schritt hast Du getan. Dazu erstmal ein großes Lob, das allerschwerste ist damit geschafft. Aber jetzt brauchst Du Hilfe, und Menschen die darin Erfahrung haben. Therapie ist eine gute Idee, aber dabei gilt es, den richtigen zu finden: Nicht jeder Therapeut hat die gleiche Ausbildung, nicht jeder hat Erfahrung mit Gewaltsituationen, und es gibt unterschiedliche Richtungen und Ansätze. Daher solltest Du Dich erst mal umschauen, wen es so in Deiner Umgebung gibt, und wie die Leute sich präsentieren - viele haben ja heute auch Webseiten, und wenn nicht dann ruf an und frag nach einem Vorgespräch. Viele Therapeuten bieten das an (wenn sie nicht gerade völlig überlaufen sind) und verstehen das auch - schließlich soll man Vertrauen haben, und dann muss die Chemie stimmen.
Was die Krankenkasse anbetrifft, kommt es ein bisschen auf die Kasse an, was sie zahlt - aber ein guter Therapeut weiß da auch, wie man den Fall anlegt. Bei Kriseninterventionen zahlen Kassen in der Regel immer. Ist der Therapeut approbiert (d.h. kassenärztlich anerkannt), fällt er unter die Schweigepflicht; seine Informationen gegenüber der Kasse geben nicht wieder, warum genau Du zur Therapie gehst. Eventuell wird so etwas wie "Traumaaufarbeitung" angegeben, aber das war's dann auch. Anders kann das bei Heilpraktikern und privaten "Beratern" sein - aber hier hilft oft auch ein Vorgespräch um die Seriosität abzuschätzen. Anzeigen wird der Therapeut Deinen Fall ohne Deinen Wunsch nicht - aber jeder Therapeut wird Dich fragen, warum Du das nicht willst (und damit bist Du schon mitten in der Therapie).
Um Dich weiter zu informieren, kann ich Dir eine Webseite empfehlen, die viele gute Hinweise und Ideen enthält, und auf der Du außerdem Leute triffst, die sich in ähnlichen Situationen befinden:
http://www.hab-keine-angst.de
Ich wünsch Dir viel Glück.



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