Wollust
Im Mittelalter gehörte das Wort "Wollust" zu jenen theologischen Begriffen, die all das, was der damaligen Kirche an der menschlichen Sexualität missfiel, als teuflisch klassifizierten. Im heutigen Sprachgebrauch heißt es nichts anderes als "lustvoll erlebte Sexualität".

Wortsadismus
Sexualisierte Quälerei mit Worten, eine Sonderform sadistischen oder masochisitschen Verhaltens. Während der Sadist durch Beschimpfen seines Partners mit gemeinen und obszönen Ausdrücken seine sexuelle Lust steigert, verhält sich der Masochist umgekehrt- er bedrängt seinen Partner, ihn mit vulgären Ausdrücken zu beschimpfen, weil die damit verbundene Entwürdigung und Herabsetzung seiner Persönlichkeit eine wesentliche Komponente seines Lustempfindens ist.

Wäschefetischismus
Meist Unterwäschefetischismus, manchmal aber auch die sexuelle Fixierung auf weiße, besonders gestärkte Tisch- und Bettwäsche. Offenbar liegt in der zweiten Variante eine Regression ins infantile Stadium vor. Der Erwachsene sieht in der weißen Wäsche ein Symbol der glücklichen Kindheit, wo das Bett das Zentrum der Welt war. Der Unterwäschefetischismus dagegen hat seine Wurzel in einem späteren Lebensalter und geht meist auf das erste lustvolle Erlebnis zurück, das das Kind durch einen nur halb bekleideten Erwachsenen erfahren hat. Der Wäschefetischist wird nur bei Anblick oder beim Tragen gebrauchter Frauenunterwäsche lustvoll erregt - und stiehlt deshalb oft BHs oder Slips von der Wäscheleine.

Wechselbalg
Bezeichung für ein Kind, das sich in ein anderes Wesen verwandeln kann oder verwandelt hat. Der mittelalterliche Glaube an den Wechselbalg hat sich bis zur Gegenwart in ländlichen Gegenden Deutschlands gehalten. Der Wechselbalg ähnelt einem Tier. Er ist klein, verkrüppelt, runzlig und haarig, sieht greisenhaft aus und lebt nur 20 Jahre. Man schützt sich vor einer Kindesverwandlung, indem man bis zur Taufe nachts immer ein Licht an der Wiege brennen lässt und die Bibel, ein Amulett und geweihte Kräuter neben das Kind legt.

Weiblichkeit
Sie wird im genetischen Sinne bei der Befruchtung festgelegt. Enthält das Spermium, das in die Eizelle eindringt, ein X-Chromosom, so bildet sich ein weibliches Wesen. Dringt ein Y-Chromosom ein, entsteht ein kleiner Mann.

Winkelehe
Liberale Eheform im Spätmittelalter, 1563 vom Konzil von Trient für null und nichtig erklärt. Der Bräutigam fragt in einem Winkel des Hauses die Braut, ob sie ihn zum Ehemann haben will. Antwortet sie mit ja, so ist die Ehe geschlossen und gültig. Sie kann auf beiderseitigen Wunsch ganz problemlos wieder gelöst werden.