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Thema: die Dinge beim Namen nennen...

  1. #1
    Checker/in Avatar von Grimmbold

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    die Dinge beim Namen nennen...

    Hallo erstmal. ich bin der neue ;-)

    Ich such mir schon seit Tagen die Finger im Netz wund. Nun bin ich auf dieses Forum gestoßen, hab mal n bisschen rum gelesen, und dachte mir, ich misch mal mit.
    Nicht zuletzt, weil ich hier das Gefühl habe, die Leute denken über das nach, was sie sagen. Ich brauche keine Foren, wo die Leute einfach nur was schreiben wollen. mir ist es ernst. Hier scheine ich damit nicht allein zu sein, deswegen wende ich mich mit meiner Anfrage an euch.

    Aber nun mal zum Thema:

    In meinem engsten Freundeskreis ist mir vor kurzem ein Fall von übelster Misshandlung bekannt geworden. Zur ersten Beruhigung, das schlimmste ist überstanden. die Misshandlungen finden zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr statt.

    Zur Verständnis, werde ich kurz anschneiden was passiert ist.

    Es schildert sich so, dass eine sehr gute Freundin von mir schwer misshandelt wurde. Angefangen hat das im Alter von 7 Jahren. Sie wurde plötzlich nur noch gehasst.
    sie wurde geschlagen, vergewaltigt, an fremde Männer verkauft, um von denen vergewaltigt zu werden. Über mehrere Jahre hinweg. Ihre Geschwister hatten derweil ein recht sorgenfreies Leben, ohne Qualen dieser Art. Während ihre Geschwister einfach nur eine normale Kindheit verleben durften, wurde sie mit allen Mittel gequält. Täter in diesem Fall war an erster Stelle ihre Mutter. Nebenher der Onkel, mütterlicherseits, der sie auch verprügelte und vergewaltigte. Die Prügel-Orgien geschahen hauptsächlich durch die Mutter. Und wenn der Onkel zu Besuch war, machte er mit. Sie sperrten sie im Keller ein, ließen sie dort im dunkeln in der Kälte sitzen. Sie bekam oft Tage lang nichts zu essen. wartete ständig nur darauf, wieder verprügelt zu werden, oder vergewaltigt, ob von ihrem Onkel, oder wieder von irgendeinem fremden Mann, der ihre Mutter dafür bezahlt hatte.

    Ich will das nun nicht weiter ausführen, denn auch mir bereitet der Gedanke daran großen Schmerz.

    Ach ja, falls nun die Frage aufkommt, wo der vater war, er war an diesen Tagen (also fast täglich) mit den Geschwistern unterwegs. Im Kino, eis essen, was auch immer. Es ist nicht genau bekannt, ob er überhaupt von der ganzen sache wusste. Ich gehe aber davon aus, dass er es wusste und einfach nur die Augen verschlossen hat.

    Nun wisst ihr worum es geht. Meine hauptsächliche Frage kommt jetzt.

    Das Verhalten, dass die Mutter an ihrer Tochter auslebte, dass sie sie plötzlich einfach nur mit Hass quälte, lässt sich wohl auf eine psychische Störung zurück führen.
    Gibt es einen Namen dafür?
    Gibt es Gründe dafür?
    Warum hat sie das getan?

    Es erinnert stark an das Münchhausen-Stellvertreter Syndrom,

    http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BC...rtretersyndrom

    jedoch gibt es gewaltige Unterschiede.


    Und eins noch. wer so einen Fall mal genauer nachlesen möchte, sollte sich bitte das Buch <sie nannten mich "Es"> besorgen.Autor ist David Pelzer. Er schildert darin seine eigene Kindheit, die recht ähnlich verlief. Ich habe dieses buch gelesen, lange bevor mir dieser Fall in meinem direkten Umfeld bekannt wurde.
    ich muss aber warnen. dies ist kein Krimi-Roman. Ich musste das Buch mehrmals für ein Paar Tage zur Seite legen. Es zeigt eine Kindheit, die schlimmer kaum sein könnte. Er geht auf alle Details ein. doch wer es vertragen kann, sollte es lesen.
    Solche Dinge, so schlimm sie auch sein mögen, gehören leider zu unserer Welt, und niemand sollte die Augen davor verschließen.

    Doch nun hoffe ich darauf, dass jemand Lust hat, diesen Wortschwall hier zu lesen, und hoffe noch mehr darauf, dass mir jemand sagen kann, was die Gründe dafür sind oder sein können. Ich kann nichts ungeschehen machen, ich will es einfach nur verstehen.

    Danke im Vorraus,

    euer Grimmbold

  2. #2
    ...on the long way home! Avatar von sonne71

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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    Hallo Grimmbold, zunächst einmal herzlich Willkommen im Forum!

    An dieser Stelle möchte ich Dir erst einmal für Deinen Beitrag danken, morgen antworte ich ausführlicher, geht heute Abend leider nicht mehr. Aber ich habe Dein Post schon komplett gelesen
    Ich werde immer laut durch's Leben ziehn,
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  3. #3
    Checker/in Avatar von Grimmbold

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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    Puh, ich dachte schon es wäre so lang, dass es keiner liest ^^

    Danke dir, sowohl für den Willkommensgruß als auch für den Willen zu Antworten ;-)

  4. #4
    Halb(foren)Gott/Göttin Avatar von criticalmass

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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    Hallo Grimmbold, Du kannst Dir sicher sein, das Dein Beitrag nicht ungelesen rumdümpelt. Aber da das Thema auch ziemlich an die Nieren geht, werden einige erst mal etwas Zeit brauchen, um eine Position zu beziehen - und da nehme ich mich nicht aus.

    In der Zwischenzeit aber eine Gegenfrage: Was erwartest Du von den Antworten? Verständnis für Tat und Täter, Ansätze zur Früherkennung und Vermeidung, oder was sonst?
    Eines schönen Tages fällt mir ein prima Spruch ein und ich schreib ihn hier hin.

  5. #5
    ...on the long way home! Avatar von sonne71

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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    Hi Grimmbold, dann versuche ich mal Dir zu antworten.

    Ich denke Deine Fragen könnte Dir nur die Mutter selbst beantworten. Man kann jede Menge Vermutungen anstellen was eine Mutter (oder andere Verwandte) dazu bringt ihr eigenes Kind zu hassen und es zu "verkaufen". Vielleicht hat sie nie Liebe empfinden können, evtl. hat sie es in ihrer Kindheit selbst nicht besser kennen gelernt, eine psychische Erkrankung oder Drogenabhängigkeit können eine Rolle spielen oder auch reine Geldgier - da gibt es unendlich viele Erklärungsmöglichkeiten. Persönlich stünde das "warum" bei mir an 2. Stelle, ich würde zuerst dafür sorgen das sie samt Onkel in den Knast wandert! Das ist eins der wenigen Punkte wo sie Chance auf ein klitzkleines Stück "Rache" hat. Auch wenns das nicht wieder gutmacht, ungestraft dürfen die einfach nicht davonkommen. Hat sie die Leute angezeigt?

    Wo ist sie denn heute? Sie ist doch hoffentlich da raus? Und ganz wichtig: In psychologischer Behandlung? Niemand wird jemals das Geschehene ungeschehen machen können, aber ohne fachliche Hilfe wird es sehr sehr schwer...
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  6. #6
    Checker/in Avatar von Grimmbold

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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    mit 16 ist sie zu Hause ausgezogen. Sie ist heute 21, führt ein geregeltes Leben, Hat eine Berufsausbildung gemacht, arbeitet im erlernten Beruf. Zu ihrer Familie gibt es keinen Kontakt. Was das angeht ist sie also in Sicherheit.

    Polizei, ja sicher, eine Option... ...aber sie will nicht
    Durch ihre Erlebnisse fällt es ihr sehr schwer, Menschen zu vertrauen. Ich bin da einer der wenigen. Ich kann und will nicht von ihr verlangen, alles was sie erlebt hat, wild fremden Menschen zu erzählen.
    Noch dazu wäre es schwer zu beweisen. Das Verfahren würde sich lange hinziehen, und wenn die Täter überhaupt bestraft würden, wie würde die Strafe schon ausfallen...?
    Ich habe ihr angeboten, mit ihr zusammen zur Polizei zu gehen, aber ich sehe, dass sie Angst davor hat. Wenn ich sie nun dazu drängen würde, wäre es wahrscheinlich auch bei mir bald vorbei mit dem Vertrauen, und wen hat sie dann noch? Nein, das wird wohl nix.

    Auch einen Psychologen lehnt sie ab. Ich halte das aber auch für sinnvoll und hake da ab und an mal nach. nur zu den passenden Zeitpunkten natürlich. Ich vermeide es, sie in total glücklichen, sorgenfreien Momenten, an alles zu erinnern.

    Ich kann im Moment nicht viel mehr tun, als bei ihr zu sein. Und wenn ich es nicht bin, bin ich permanent erreichbar. Ich fahre wenn ich kann auch mal nach Feierabend die 106km zu ihr, damit sie nicht zu viel allein ist. (deswegen war ich gestern nicht im Forum) Sie freut sich, wenn jemand da ist, den sie kennt und dem sie vertraut, genießt es, wenn man einfach nur neben ihr sitzt. Und wenns nur vor dem Fernseher ist.

    Die meiste Zeit über geht es ihr heute gut. Nur manchmal kommt der alte Stress doch wieder hoch, und in diesen Momenten bin ich da.

    Rache.... ...wer denkt nicht dran...?

    kurz nach dem ich von der ganzen Sache erfahren hab, dacht ich auch an Rache. Und wenn ich wüsste, wo die Leute sind... ich weiß nicht, ob ich hingefahren wäre.
    Letzten Endes denke ich, dass man sie nur auf dem offiziellen Weg bestrafen sollte. Sicher hat mich ein Baseball-Schläger im ersten Moment angelächelt. Aber wer bin ich, diese Leute zu richten? Wäre ich besser als sie? Wahrscheinlich nicht.

    Aber der offizielle Weg geht nur, wenn sie es machen will. Und wie gesagt, ich werde sie nicht drängen.

  7. #7
    Co-Moderator Avatar von Neelix65

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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    Hallo Grimhold,
    im Prinzip hast du die Situation schon richtig erfasst, vor allem was das Arbeiten an ihren Gefühlen betrifft.

    Bezüglich ob es heute noch anzeigbar oder bestrafbar wäre würde ich euch raten mal mit dem Weißen Ring zu sprechen.

    http://www.weisser-ring.de/internet/index.html

    Solange sie mit ihrer Situation umgehen kann (keine Selbstmordgedanken oder ähnliches) und weiß wenn es ihr schlecht geht warum das so ist kannst du "von außen" wenig machen.

    Selbst Hinweise, wie du darunter leidest, wären gefährlich - da sie annehmen könnte du würdest sie erpressen wollen - andererseits solltest du auch nicht verhehlen, dass dem so ist.

    Das bringt mich zu einer Frage - die du vor allem für Dich und Dir gegenüber beantworten solltest ... Warum geht dir ihre Lebensgeschichte so sehr an die Nieren?

    Aus allgemeiner menschlich-männlicher Entrüstung oder bist du in sie verliebt?

    Die Beantwortung dieser Frage (sich selbst gegenüber) hat Einfluß auf die Art deines Engagements und den "Grad der Beeinflussung" den du dir erlauben kannst.

    Wenn du "nur" allgemein-menschlich sauer bist kannst Du weniger auf sie einwirken als wenn - beispielsweise - du in sie verliebt wärst und sie die Gefühle erwidert.

    Ich beneide dich nicht um die Situation in der du steckst - aber für die überlegte und menschliche Art in der du dich ihr stellst. Denn die "einfachen" und oft nur allzu verlockenden Lösungen haben verschiedene Nachteile (manchmal mehrere auf einmal):

    • Sie sind illegal
    • Sie funktionieren nicht
    • Sie sind unbefriedigend
    • Sie lösen das Problem nicht

    Je nach dem wie deine Bekannte/Freundin 'gestrickt ist' wäre hier vielleicht ein Ansatzpunkt:

    Ein Unterhaltung mit dem Baseballschläger wäre kurzfristig befriedigend - Aber eine Offenlegung der Machenschaften ihrer Eltern - vielleicht sogar verbunden mit einer Verurteilung - würde die Täter länger und tiefer 'strafen' als körperliche Verletzungen (die nach ein paar Wochen verschwunden sind).

    Wenn deine Bekannte/Freundin also in Richtung "Rache" oder Vergeltung denkt ... wäre dies eine Möglichkeit sie dazu zu bewegen an die Öffentlichkeit (Polizei und Presse) und sich in Behandlung zu begeben.

    Auch gäbe es eine weitere Ansatzmöglichkeit:
    Der Grund für das Verhalten solcher Täter kann in psychologischen Krankheiten (Defekten im Gehirn), falscher Erziehung durch deren Eltern oder Dummheit liegen - meiner Meinung nach liegt der Grund aber allzu oft im Bedürfnis das Opfer für etwas zu bestrafen oder sich "über" das Opfer zu stellen. Im Grunde geht es dann um MACHT haben.
    Wenn dem so ist und deine Bekannte/Freundin "einfach nur alles vergessen" will ... lässt sie sich im Grunde weiter von den Tätern vergewaltigen/Gewalt antun.
    Geht sie aber dagegen an, macht eine Behandlung um normalen (Sexual-) Kontakt mit Männern haben zu können, geht an die Öffentlichkeit und erwirkt (sozusagen als "Zuckerguss") evtl. wirklich eine Verurteilung, dann zeigt sie den Tätern damit
    "IHR HABT KEINE MACHT (MEHR) ÜBER MICH!!!"

    Aber Du hast schon richtig erkannt: Die Entscheidung dazu muss und kann nur durch sie getroffen werden.
    Tschüssikovsky Neelix65
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    Grimmbold (26.11.2009), wolle (25.11.2009)

  9. #8
    Checker/in Avatar von Grimmbold

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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    bin leicht enttäuscht...

    ich hatte wirklich gehofft, dass hier jetzt einfach jemand so was postet, wie

    "Ja, is ne Krankheit, sie heißt........."

    Das würde es mir doch ein bisschen einfacher machen.

    Sicher, ändern würde das nichts, ungeschehen machen erst recht nicht. Aber ich hätte zumindest eine Antwort auf die quälende Frage, "warum?"

    Trotzdem aber großen Dank an euch alle. Ich sehe, dass man hier das Thema verstanden hat und dass man sich tatsächlich Gedanken zu den Fragen und Problemen seiner Mitmenschen macht. Und ich glaube, die Welt wäre ein kleines Stück besser, würden nur mehr Menschen so denken und so handeln, wie jene, die hier vertreten sind. Wir alle haben das selbe Problem. Wir können nicht jedes Leid verhindern. Aber in diesem Forum hat man zumindest die Möglichkeit, anonym und sorgenfrei, seine Last mit denen zu teilen, die stark genug sind, sie zu tragen.

    Ich verbeuge mich in Ehrfurcht vor euch.

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    Neelix65 (26.11.2009)

  11. #9
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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    hier ist mal ein Update:

    Ihr Vater hat rausbekommen wo sie wohnt. Es war niemand da als er vor der Tür stand. Da lag nur ein schnöder "Ich war hier"-Zettel im Briefkasten. Ich hab sie sofort gefragt, ob sie weiß, wo er die Adresse herhaben könnte, aber sie hat mich gebeten nicht davon zu sprechen. Besorgt bin ich aber dennoch. Sie wird demnächst umziehen. Nicht akut wegen dem Besuch (bzw Besuchsversuch). Es war ohnehin geplant.

    Aber wie nun vorgehen?
    Abwarten?
    Nochmal nachhaken?
    Gegenüber im Gebüsch verstecken und lauern?

    Bin da n bisschen ratlos. Das mit dem Gebüsch fällt wohl flach. Abwarten mag ich nicht. Nochmal nachhaken aber auch nicht so gern.

    Dazu kommt noch: Je mehr ich drüber nachdenk, desto mehr denke ich, dass ihr Vater absolut keinen Schimmer hat, was da zu hause abging. Er war ja immer unterwegs, wenns passierte. Aber ist es so? Es sieht etwas danach aus. Aber ihn deswegen von jedem Vorwurf freisprechen? - Nein, kann ich nicht.

    Oder wusste er es nur damals nicht, weiß aber heute bescheid? Auch möglich. Aber würde er dann nicht irgendwann mal auf seine Tochter zugehen und ihr sagen, dass er nichts tun konnte, weil er es damals nicht gemerkt hat? Wobei es auch widerrum sein könnte, dass er genau das tun möchte, aber sich einfach nicht traut, weil er sich schämt, weil er Angst hat...

    Ich tu mich schwer ihn zu verurteilen, kann aber wie gesagt auch nicht leichtfertig von Unschuld sprechen.

    Ihr merkt schon, mir qualmt der Schädel. Wäre schön, mal die eine oder andere Meinung dazu zu bekommen.
    Danke im Vorraus,

    euer Grimmbold
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  12. #10
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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    Hallo Grimhold,

    wg. dem Vater ... da kann man erst etwas sicherer sein, wenn er z.B. von sich aus eine Selbstanzeige gemacht hätte / machen würde.

    In der momentanen Situation - ich nehme an deine Freundin/Bekannte hat noch nicht weiter in ihrer 'Sache' unternommen - könnte ich mir ein moderiertes Gespräch (z.B. bei einem/ihrem Anwalt) vorstellen. Falls es sie überhaupt interessiert!

    Auch eine richterliche "Bannmeile" wäre möglich ... allerdings müsste sie (wie ich das verstehe) dem Richter die Gründe darlegen ... was auf eine Offenlegung ihrer Geschichte hinauslaufen würde.

    Hat sie in der Hinsicht schon nachgedacht ... betreffend Offenlegung und öffentliche Anprangerung? Hat sich zwischen euch 'einiges ergeben' bzw. verändert? Sind ja schon einige Wochen zwischen deinen letzten Beiträgen vergangen.

    PS: Neben dem Weißen Ring gibt es noch andere Hilfsangebot - speziell auch für "frauenspezifische Verbrechen":
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  13. #11
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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    eine Offenlegung oder Anprangerung will sie noch immer nicht. Sie will komplett mit der Vergangenheit abschließen. Das klappt eigentlich auch ganz gut, so weit ich das sehen kann, (was innen drin ist, kann auch ich nicht genau sagen)
    Ich versuche manchmal, sie ein wenig "anzustupsen", was das angeht. Natürlich noch immer mit aller Vorsicht. Nicht drängen, aber auch nicht zu nachlässig.

    "einiges ergeben" hat sich zwischen uns auf jeden Fall in den letzten Wochen. Wir sind inzwischen keine guten Freunde mehr, sondern weit mehr als das. Wir sind nun seit einiger Zeit fest zusammen. Das war so nicht geplant, hat auch keiner geahnt, aber wies halt so ist. Man kennt eine Person schon ne ganze Weile, versteht sich gut, und irgendwann *PENG* schon hats einen...

    Das heißt natürlich, dass mein Einfluss auf sie stärker ist als je zuvor. Umso mehr muss ich natürlich aufpassen, dass ich ihre Interessen berücksichtige und nicht nur meinen Seelenfrieden durchsetze. Aber auch das funktioniert. Sie freut sich, wenn ich dinge "in die Hand nehme" und mich um etwas kümmer. Sie musste so lange stark sein und durchhalten, dass sie es genießt, sich auch mal "führen zu lassen".
    Auf der anderen Seite hingegen ist sie auch sehr selbstständig und will sich das auch nicht nehmen lassen. Ich bewundere und schätze diese beiden Eigenschaften an ihr.

    Alles in allem kommt sie gut zurecht. Aber wenn sie an ihre Vergangenheit erinnert wird, wie zB. durch diesen Zettel im Briefkasten, sehe ich wie sich wieder Angst in ihr breit macht. Sie versucht dann immer, sich nichts anmerken zu lassen, aber ich sehe es. Und wieder kann ich nichts tun außer da zu sein.
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  15. #12
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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    Zitat Zitat von Grimmbold Beitrag anzeigen
    ...Und wieder kann ich nichts tun außer da zu sein.
    Ich würde nicht sagen, dass das "zu wenig" sei ... In dem du "einfach nur da bist" tust du w e i t mehr als andere es im Leben deiner Freundin getan haben ... ob wohl sie dazu verpflichtet gewesen wären ...

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  17. #13
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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    das sicherlich, aber es reicht mir nicht. Ich würde das ganze gern "zuende bringen" oder sowas ähnliches. Jeden schlechten Moment einfach aussitzen kanns ja auch nicht sein.
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  18. #14
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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    Grimhold, ich versteh dich! Wir Männer sehen ein Problem und wollen es lösen ... am besten noch auflösen! Schlimmer ist es natürlich auch noch, wenn wir dem Opfer mehr als mitmenschliche Gefühle entgegenbringen ... und uns als "Mitopfer" sehen.

    Aber manchmal können wir nicht mehr machen als ... da sein und bereit sein.

    Neelix

    PS. bin gerade auf einen Artikel gestoßen der ... ein wenig Licht bringen könnte in der Frage "Warum geht sie nicht dagegen vor?" Ich hoffe jedenfalls, dass es dir hilft sie ein bisschen mehr zu verstehen und etwas geduldiger sein zu können: (Es geht unter anderem um die ... 'eigentlichen' Tat-Motive bei Vergewaltigungen)
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    Grimmbold (20.01.2010), sonne71 (20.01.2010)

  20. #15
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    AW: die Dinge beim Namen nennen...

    Ich bin da, und ich bin bereit. dass ich nicht mehr tun kann ist extrem unbefriedigend. Du verstehst wie unbefriedigend es ist, und schon dafür muss und will ich dir danken, Neelix.
    Wenn das wirklich alles ist, was ich tun kann, dann werde ich es weiter tun und hoffen, dass nach dem Umzug endlich Ruhe ist. Auch dann werde ich noch bereit sein, aber zumindest beruhigter.

    der Artikel ist gut. erklärt einiges. lohnt sich, ihn zu lesen.

    PS.: es heißt "Grimmbold", nicht "Grimhold". Nur so am Rande ;-)
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