Für mehr Lebensqualität

Maßgeschneiderte Ernährung reviewed



Jede Woche erscheinen eine Vielzahl von Artikeln rund um Ernährung, Training und andere Dinge rund ums Bodybuilding, Kraftdreikampf oder auch etwas allgemeiner den Eisensport an und für sich. Aufgrund der hohen Anzahl an unterschiedlichen Autoren und damit auch Ansichten bleiben Widersprüche nicht aus. Egal ob Wiederholungsbereiche, Pausenzeiten zwischen den Sätzen, Must-Have-Supplements oder Nährstoffzusammenstellung – der interessierte Leser wird mit etwas Pech schnell verwirrter sein, als ihm lieb ist und damit das genaue Gegenteil von dem erreichen, was er mit dem Lesen bezweckte.

Unter Juristen gibt es das Sprichwort "Zwei Juristen – drei Meinungen" und anders verhält es sich auch oft nicht bei den Autoren diverser Artikel rund Ernährung und Trainingsmethodiken. Und so kommt es, dass der Einzelne nicht nur Gefahr läuft eine schiere Reizüberflutung zu erleiden. Vielmehr sind die Konsequenzen tagtäglich in den Bodybuildingforen auch außerhalb der Grenzen Andros zu erkennen:


Komplizierte Trainingpläne mit unzähligen Detailsübungen für jede noch so kleine Muskelgruppe, ausgeklügelte Ernährungspläne mit auf dem Gramm genau abgewogenen Nahrungsmitteln und Supplementepläne, die Vince Gironda vor Neid erblassen lassen würden. – Kurz gesagt: Entweder die idealen Voraussetzungen, um überzogene Erwartungen zu schaffen, die letztendlich in Frust enden müssen und wohlmöglich im überfrühten Gebrauch von AAS oder im Abbruch der noch jungen Hobbysportlerkarriere münden. Oder ein Leben unter Einschränkungen, das zwar nicht erfolglos sein muss, aber in keinem Nutzen-Kosten-Verhältnis steht.


Wo liegt also die Lösung des Ganzen? Ganz einfach, und das wortwörtlich:
Keep it simple!

Doch während beim Training noch detaillierte Trainingpläne kaum Einschränkungen in unserer Lebensqualität bedeuten, so kann eine übertrieben ausgeklügelte Ernährung das Leben des ambitionieren Hobbysportlers schwerer machen, als einem jedem vielleicht lieb ist. Und gerade die älteren Trainingssemester werden sicherlich mit mir übereinstimmen, wenn ich sage, dass man rückblickend viel Mist ausprobiert hat, oft ein wenig vom rechten Weg abgekommen ist und man manchmal hätte nicht so ungeduldig sein sollen.


Doch was ist nun der Golden Nutrition Way?

John Berardi schrieb in seinem Artikel Maßgeschneiderte Ernährung ganz richtig:
  • "Die Leute neigen dazu sich am Anfang viel zu viele Gedanken über Kalorien, das Verhältnis der Makronährstoffe und andere Details zu machen, was aus meiner Sicht einfach nur verschwendete mentale Energie ist. Sich Gedanken über Kalorien oder Makronährstoffverhältnisse zu machen, wenn man gleichzeitig Mahlzeiten ausfallen lässt und grobe Fehler bei der Auswahl der Nahrungsmittel und beim Nährstofftiming macht, ist genauso sinnvoll, wie das gerade Hinstellen der Deckstühle auf der Titanic."

Bevor ich darauf direkt eingehe, will ich ein paar Vorbemerkungen machen:

Noch bevor ich mit dem Sport selbst begonnen habe, habe ich erstmals begonnen zu versuchen auf meine Ernährung zu achten. So gut, wie ein übergewichtiger Teenager dazu in der Lage ist. Keine Binsenweisheit war dumm genug, als dass man sie nicht selbst hätte umsetzen können und die Ungeduld, den heiligen Gral, bestehend aus der vermeintlich perfekten Nahrungszusammenstellung, zu finden, war bei mir nicht geringer, als bei vielen anderen Grünschnäbeln. Mit gut 15 Jahren kam ich dann erstmals zum Sport und ein paar Jahre später wollte man, wie viele andere Halbstarke auch, die viel zu engen Muskelshirts auch wirklich mit Muskeln füllen und dabei am besten noch Fett abbauen.


Ohne den Leser mit Details meiner zum Teil furchtbaren Fehler zu langweilen (das Internet gab es zwar schon, aber Flatrates zum Surfen waren noch so illusorisch wie Schnee in Südafrika und damit war man noch weit entfernt von verständlichen Informationsquellen wie den umfangreichen Foren heutzutage), lernte ich in den letzten Jahren, dass viele Wege nach Rom führen können. Ich kam zu dieser Erkenntnis über viele Umwege und mit einigen ungewollten Rückschlägen. Gerade, wenn man genetisch nicht gesegnet ist, ist es schwer im Wirr-Warr der vielen Empfehlungen, Halbwahrheiten und Binsenweisheiten den Durchblick zu behalten oder gar die für sich selbst beste Ernährung zu finden.


Ich selbst konnte feststellen, dass low carb für mich persönlich gut funktionierte und ich trotz weniger Kohlenhydrate noch 220kg in der 75er Gewichtsklasse im Wettkampf ziehen konnte. Dennoch war diese Form der Ernährung nicht das Optimum, da die Lebensqualität für mich doch teilweise litt. Sonntags war mein Fresstag, der auch ausgiebig zelebriert wurde, was nicht zuletzt auch daran lag, dass die Ernährung unter der Woche sehr einseitig und demnach auch belastend für die Psyche war. Und so sahen die Wochenendeinkäufe oft so aus, als ob ich für die Geburtstagsfeier eines Kindes Süßigkeiten für alle Gäste kaufen würde. 6000kcal waren das Minimum an solchen Tagen. Das klingt viel, aber wer so gerne wie ich Eis isst, inhaliert mal locker 3000kcal in Form von Eiscreme nur um danach noch nach einem Nachschlag zu verlangen.


Durch Zufall und ein günstiges Timing wurde Anfang Dezember ein Artikel von John Berardi veröffentlicht, in dem es in drei Teilen darum ging eine maßgeschneiderte Ernährung für sich selbst zu finden.


Das Grundgerüst dieser Ernährung beruhte auf 7 Prinzipien:

  • Gewohnheit 1: Iss alle 2 – 3 Stunden.
  • Gewohnheit 2: Iss vollständiges, mageres Protein zu jeder Mahlzeit.
  • Gewohnheit 3: Iss mit jeder Mahlzeit Gemüse.
  • Gewohnheit 4: Iss Obst/ Gemüse bei jeder Mahlzeit. Iss andere Kohlenhydrate nur nach dem Training.
  • Gewohnheit 5: Iss täglich gesunde Fette.
  • Gewohnheit 6: Trinke keine Getränke (Erfrischungsgetränke, Bier, usw.), die mehr als 0 Kalorien enthalten.
  • Gewohnheit 7: Iss vollständige Nahrungsmittel wann immer dies möglich ist.

Berardi wies darauf hin, dass 90% der Mahlzeiten, die man in der Woche zu sich nimmt, diesen Prinzipien gerecht werden sollten, was bedeutet, dass man, vorrausgesetzt man lässt keine Mahlzeiten ausfallen, durchaus drei bis vier Mahlzeiten pro Woche erlaubt waren, in denen man auch einmal sündigen durfte. Sei es aus psychischen Gründen oder aus sozialen, weil man Oma nicht in einem langen Gespräch an ihrem 70. Geburtstag erklären will, warum man plötzlich die Tupperdose auspackt, während alle andere vom fetten Sahnekuchen essen.

Berardis gesamte Artikelreihe zu dieser Thematik erschien mir logisch und mehr als einen Versuch wert. Ich zähle mich nach über zehn Jahren sportlicher Erfahrung und Auseinandersetzung mit Ernährung durchaus zu den Fortgeschrittenen und war auch mit meiner Form zufrieden, doch mir ging es vor allem darum diese zu halten und Berardis Prinzipien öffneten mir ein wenig die Augen zu einer höheren Lebensqualität ohne möglicherweise Abstriche bei sportlicher Leistung und Form machen zu müssen. Ich war eingefahren in meiner Mahlzeitenplanung und ließ mir nicht viel Spielraum, was wiederum in ausgiebigen Junk-Days endete. Ich aß sonntags so viel, dass ich montags oftmals keine 1000kcal runter bekam, weil ich noch so satt vom Tag zuvor war und Berardis Prinzipien zeigten mir einen Weg aus dieser Misere heraus, ohne auf eine Tafel Schokolade in der Woche oder ähnliches verzichten zu müssen.


Variation der Berardi Prinzipien

Obwohl ich von Berardis Artikel voll überzeugt war und seitdem jedem Anfänger mit gutem Gewissen die strenge Durchführung des Grundartikels nur nahe legen kann (ich wünschte, ich hätte diesen Artikel vor über zehn Jahren gelesen), empfand ich mich als fortgeschritten und mündig genug, um Anpassungen für mich zu treffen.

Die
Regeln lauteten also:
  1. Iss alle 2-3 Stunden.
  2. Iss mageres Protein zu jeder Mahlzeit.
  3. Iss mindestens zu vier Mahlzeiten Gemüse.
  4. Die Kohlenhydrate aus Gemüse, Obst, Milchprodukten und Brot mit niedrigem GI sind die einzigen erlaubten Kohlenhydrate. Der Postworkout-Shake stellt die einzige Ausnahme dar.
  5. Iss gesunde Fette.
  6. Trinke keine kalorienhaltigen Getränke (Milch gilt an dieser Stelle als Nahrungsmittel).
  7. 90% der Mahlzeiten in der Woche müssen die zuvor genannten Punkte erfüllen.

Wie leicht zu erkennen ist, habe ich einige Punkte für mich persönlich abgeändert, was ich an dieser Stelle natürlich erläutern möchte.

Der erste Punkt wurde in seiner ursprünglichen Form übernommen. Dass kleinere, über den Tag verteilte Mahlzeiten das Risiko unnötiger Fetteinlagerungen zumindest minimieren, sollte bereits allseits bekannt sein. Gleichzeitig ist so die durchgängige Nährstoffversorgung gesichert. Auch der zweite Punkt wurde im Prinzip übernommen.


Der dritte Punkt ist nun die erste Änderung. Berardi empfiehlt zu jeder Mahlzeiten Gemüse zu sich zu nehmen, was ich generell nicht als verkehrt bezeichnen würde. Jedoch gibt es vor allem zwei Problem: Zum einen bin ich jemand, der morgens seit Jahren nur einen Shake trinkt, weil er eher schwer direkt nach dem Aufstehen etwas runterbekommt. Wer auch morgens direkt nach dem Aufstehen feste Nahrung zu sich nehmen mag, kann auch bereits jetzt zu einem festen Frühstück greifen. Der zweite Punkt hat vor allem praktische Gründe. Ich bin des Öfteren unterwegs und habe keine Möglichkeit jedes Mal eine Tupperdose mit mir herumzutragen. Eine Rolle Harzerkäse oder eine Packung Magerquark dagegen sind schnell dabei und leicht einzupacken. Wenn es also dazu kommen muss, so könnte man bei 2-3 Mahlzeiten auf Gemüse verzichten. Ursprünglich hatte ich daran gedacht mindestens 100g bei jeder der vier Mahlzeiten zu empfehlen, um so auf mindestens 400g Gemüse am Tag zu kommen, bis mir aber dann auffiel, dass ich zu einer Mahlzeit meist schon mehr als 400g Gemüse zu mir nehme.


Der vierte Punkt erweitert die erlaubten Kohlenhydrate um Brot mit niedrigem GI. Pumpernickel, Roggenvollkornbrot vom Bäcker ohne Weizenmehl oder Glyxbrot wären mögliche Quellen. Ich nahm Brot zum einen hinzu, da ich selbst gerne Brot esse und zum anderen davon ausging, dass Berardi wohl eher das amerikanische
Kuchenbrot kennen wird, was alles andere als geeignet wäre und deshalb keine Erwähnung fand. Ich persönlich esse eher weniger Obst, wenn, dann eigentlich nur Äpfel und Heidelbeeren. Reis, Nudeln aber auch Haferflocken habe auch ich nach wie vor aufgrund der Glykämischen Last außen vor gelassen. – Dies mag etwas kleinlich erscheinen, da Roggenvollkornbrot nur einen gering niedrigeren Wert als Haferflocken aufweist, jedoch soll hier niemand Unmengen an Brot verschlingen. Viel mehr möchte ich an eine Szene bei den Simpsons erinnern:
Homer sollte abnehmen und bekam Reiswaffeln zu essen, die ihm beim abnehmen helfen sollten. Diese kleinen, gesunden Dinger, von denen er soviel essen durfte, wie er wollte, wurden schnell mit Hilfe von Zentimeter hohen Schichten fettigster Speisen und Soßen gepimpt, so dass sie mit einer ursprünglichen Reiswaffel noch so viel zu tun hatten, wie Playmobil mit dem Legoland. Oder war es doch die Bill Cospy Show? Vielleicht sogar beide. Egal, das Prinzip sollte klar sein. Wenn es Roggenvollkornbrot oder ein anderes Brot gibt, dann sind die Scheiben eher eine nette Halterung, um darin Salat, Tomaten, fettarmen Käse und möglichst große Mengen an magerem Fleisch zu verstauen und Richtung Mund zu führen. Es sollte verständlich sein, worauf ich hinaus will.
Und was ist mit Dextrose oder Maltose im Postworkoutshake?
höre ich bereits jetzt viele Leser aufkreischen. Nun, dies ist die einzige erlaubte Ausnahme, wobei die Kohlenhydrate im Shake immer mit bedacht dosiert werden sollten.
Man könnte diese einfach Regel auch übersetzen und sagen: Lebensmittel mit einer niedrigen glykämischen Last sind erlaubt. Dies klingt etwas komplizierter, ist aber im Prinzip die aufgeführte Regelung, dass lediglich Kohlenhydrate aus Obst, Gemüse und Milchprodukten erlaubt sind. Ein weiteres Lebensmittel, was für etwas Abwechslung interessant sein könnte, sind daher LowCarbNudeln, die im LowCarbShop des Vertrauens zu erwerben sind. Auch diese haben eine geringe glykämische Last. Gleichzeitig sollten Mais und Bananen aufgrund ihrer eher höheren Werte bei der GL eher vermieden werden. Ansonsten gibt es jedoch praktisch keine Einschränkung, was Obst, Gemüse und Milchprodukte betrifft.

Der fünfte Punkt sollte klar sein. Generell sollte die
Ernährung fettarm sein, was die Milchprodukte und das Fleisch betrifft. Die gesunden Fetten realisiere ich durch geschrotete Leinsamen und Fischöl. Zum Braten wird zudem Ölivenöl in geringen Mengen genutzt.

Der sechste Punkt untersagt kalorienhaltige Getränke. Dabei zählt Milch im Proteinshake für mich als Nahrungsmittel.
Nicht kalorienhaltig sind für mich jedoch auch Cola Light Produkte oder aber auch ZeroCarb-Getränkesirupgemische, die vernachlässigbare Kalorien auf 100ml besitzen.

Der letzte Punkt besagt nun, dass 90% der Mahlzeiten die genannten Punkte erfüllen müssen.


Die Umsetzung der Regeln

Ein Punkt, mit dem viele Probleme haben werden, ist die Zusammenstellung von Mahlzeiten, was jedoch eigentlich das geringste Problem sein sollte. Ich persönlich habe mir Grundgerüste gesetzt, die quasi die Eckpfeiler bilden:
  1. Leinsamen morgens und abends
  2. Protein-Shake als erster Mahlzeit des Tages
  3. nach dem Training direkt ein Shake
  4. Magerquark als letzte Mahlzeit des Tages

Die restlichen Mahlzeiten sind frei varrierbar, wobei ich beim Kochen in der Regel mindestens für zwei, oft drei Mahlzeiten das Essen vorbereitete.

Zudem versuche ich an 1-2 trainingsfreien Tagen die Kohlenhydrate etwas niedriger zu halten, als an den Trainingstage und die Cheat-Meals nach Möglichkeit auf einen Tag zu konzentrieren. Somit habe ich neben der 90% Regel gleichzeitig einen gewissen Zyklus in der Kohlenhydratzufuhr. Wer mehr zu diesem Gedanken erfahren will, sollte den 3-Teiler zur zyklischen Kohlenhydratzufuhr von Twin Peak lesen LINK.


Wie sahen nun die Mahlzeiten aus? Im Prinzip ist man frei zu wählen und den eigenen Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Dennoch will ich an dieser Stelle knapp zwei Kategorien von möglichen Mahlzeiten darstellen.


Kohlenhydratreiche Mahlzeiten

Die kohlenhydratreichen Mahlzeiten bestehen aus drei Schritten.
  1. Im ersten wird das Grundgerüst entweder aus Kartoffeln, Kidneybohnen oder Roggenvollkornbrot hergestellt.
  2. Die Proteinbeilage (oder was eben zwischen die Brotscheiben kommt) stellt den zweiten Schritt dar: die unterschiedlichsten Variationen an Geflügel, Thunfisch, Tatar, Thunfischbrätlinge, Eiklaromelett.
  3. Im dritten Schritt wird das geforderte Gemüse hinzugetan. Der aufmerksame Leser wird nun bereits feststellen, dass bereits in Schritt eins die Gemüseregel befolgt wurde, wenn nicht gerade das Brot gewählt wird, doch stellt diese Gemüsebeilage auch in erster Linie eine Möglichkeit dar, das Essen abwechslungsreich zu gestalten. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, außer vielleicht Mais, wie bereits dargestellt wurde. Zwischen Brot passt Eisbergsalat, Tomaten oder auch Ruccola sehr gut. Auch Kohlrabi oder der deutlich günstigere Weißkohl sind treue Begleiter zu jeder der drei Zutaten aus Schritt 1. Vor allem Weißkohl ist nicht zu teuer und kann im Prinzip kopfweise gegessen werden.

Kohlenhydratarme Mahlzeiten

Die kohlenhydratärmeren Mahlzeiten sind sowohl für die bereits genannten 1-2 zyklisch niedrigen Kohlenhydrattage, als auch für einzelne Mahlzeiten an normalen Tage gut geeignet. Der Phantasie sind auch hier kaum Grenzen gesetzt, so dass ich nur einige Beispiele aufführen will:
  • Proteineierkuchen (aus MKP, Eiklar und Milch/Wasser)
  • Harzer Käse
  • Magerquark
  • Thunfisch mit roten Zwiebeln, Tomaten und 0kcal Barbecue-Soße
  • LowCarbPizza
  • Quarkküchlich (aus MKP, Quark, Eiklar, Süßstoff)
  • Proteinshakes
  • LowCarbNudeln mit Tatar

Die Liste könnte sicherlich noch unbegrenzt weiter geführt werden und jeder soll nach eigenem Geschmack das richtige für sich wählen.

Gerade zu Mahlzeiten wie Proteineierkuchen, Harzer oder Quarkküchlein, die praktisch kaum Kohlenhydrate besitzen, bietet sich Weißkohl als günstige und kohlenhydratarme Beilage an.


Letztendlich habe ich nie weiter die prozentualen Anteile in meiner Ernährung aufgeschlüsselt, kann aber guten Rechts behaupten, dass jedes Gramm Kohlenhydrate mindestens auch ein Gramm Protein am Tag bekam. Der Anteil von Protein in meiner Ernährung ist also größer als der der Kohlenhydrate, während das Fett möglichst gering gehalten wird. So ganz werde ich aus dem LowCarb vielleicht nie rauskommen, andererseits kann ich mir keinen Höhlenmenschen vorstellen, der tagtäglich den Reiskocher anmachte, bevor er versuchte ein Mammut zu jagen oder eben nur ein paar schnöde Beeren zu essen bekam. Ich hoffe, der Wink mit dem Zaunpfahl reicht, um meine Gedanken für diese Entscheidung zu verdeutlichen.


Die Cheatmeals

Ursprünglich war der Sonntag, wie bereits erwähnt, gekennzeichnet von maßlosen Fressgelagen geprägt. Dies war in erster Linie auf der Enthaltsamkeit unter der Woche begründet. Es war psychisch einfach nötig, vielleicht auch nur Gewohnheit, jeden Schrott zu stopfen. Dank den aufgestellten Regeln war jedoch zum einen die Appetitbefriedigung, wenn man sie so nennen möchte, gesichert und zum anderen wollte ich die exzessiven Fressgelage beenden, damit nicht 2-3 Mahlzeiten alibimäßig offiziell zu einer zusammengefasst wurden.

Somit versuche ich die Cheatmeals grob mit 500kcal einzugrenzen. Das bedeutet nicht, dass ich diese Mahlzeiten jetzt einzeln abwiege, aber eine 100g Tafel Schokolade ist dann eben schon eine Cheatmeal für sich und wird nicht durch eine Rolle Kekse ergänzt. Das die Eispackungen am Sonntag nun auch flach fielen, muss ich wohl nicht erwähnen, aber es gibt ja, wenn der das Bedürfnis zu groß ist, immer noch auch kleine Eispackungen inzwischen, oder eben die Möglichkeit eine Großpackung auf die einzelnen Cheatmeals zu verteilen.


Worauf ich hinaus will, ist der Punkt, dass man, wenn man bereits die Disziplin für die 90% aufwendet, nicht bei den restlichen 10% völlig frei drehen sollte.


Gleiches gilt für den Alkohol. Ich brauch hier niemanden Standpauken über HGH-Produktion oder Schlafqualität zu halten. Zudem sind alle erwachsene Menschen und von einem Bier (,was es übrigens auch inzwischen gut schmeckend alkoholfrei zu einer Cheatmeal geben könnte,) ist sicherlich noch niemand gestorben oder hat 10kg in seiner Bankdrückleistung eingebüßt. Es wird auch immer wieder Leute geben, die trotz Alkoholexzessen ihre Leistung bringen und körperlich Fortschritte machen, doch das sollte niemals davon ablenken: Alkohol ist so förderlich wie das Autofahren mit gezogener Handbremse. Funktioniert sicherlich mehr oder weniger, doch man sollte sich vielleicht Gedanken darüber machen, wie gut es mit gelöster Handbremse funktionieren könnte.


Wie schaut es mit Supplementen aus?

Berardi lässt die Empfehlung von Supplementen in seinem Artikel gänzlich aus, weshalb auch ich an dieser Stelle nicht weiter auf meine Zusammenstellung eingehen will. Warum? Nun, um es mit Berardis Worten zu sagen:

"Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass 90 % gleich 90 % sind. Dies ist eine reale, objektive Zahl. Es sind nicht 80 % oder 67 % oder 50 % oder 15 %. Die geforderten 90 % sind viel und bedürfen an Disziplin."

Wer mehreren Wochen dazu in der Lage war seine Essgewohnheiten soweit zu disziplinieren die 90% einzuhalten, kann beginnen sich über mögliche, unterstützende Supplemente (Proteinpulver steht an dieser Stelle für mich außen vor) Gedanken zu machen. Es mag immer Ausnahmen wie z.B. von Haus aus Eisenmangel geben, jedoch ist es nicht Ziel dieses Artikels, auf solche Details weiter einzugehen. Die Betroffenen werden, wenn es der Fall sein sollte, sich dessen schon bewusst sein.


Ich selbst weiß noch, wie man in den ersten Jahren die bunten Werbeanzeigen in einschlägigen Hochglanzmagazinen gelesen hat, die sich gegenseitig mit Versprechungen übertrafen. Und schaue ich heute ab und an in eine der bekannten Zeitschriften, kann ich feststellen, dass sich noch immer nicht viel verändert hat. Supplemente haben ihren Sinn. Ohne Frage. Jedoch sollte dazu erst einmal die Ernährung stimmen und man sollte sein Geld nicht für jeden Scheiß aus dem Fenster werfen. Wenn eine Firma es nötig hat, für ihr Supplement wörtlich mit dem Satz: "Achtung, XY ist gerade noch legal!" zu werben, sollte man sich darüber Gedanken machen, ob die Werbung dafür nicht an legalem Betrug vor allem an jungen Eisensportlern grenzt.


Ich denke, es sollte klar sein, worauf ich hinaus will.


Fazit

Die 90% Regel John Berardis ist aus meiner Perspektive das sinnvollste, was man jedem blutigen Anfänger nur ans Herz legen kann, um sich im Wirr-Warr der Ernährungswelt zurecht zu finden. Aber auch Fortgeschrittene sollten der Regel durchaus eine Chance bieten. Berardis Prinzip schafft es Lebensqualtät beim Essen zu erhalten und dennoch die gewünschten sportlichen Ziele zu erreichen.

Das Leben muss nicht aus Reis und Pute jeden Tag, oder detailierten Ernährungsplänen in denen jedes Gramm abgewogen werden muss, bestehen. Nicht für den ambitionierten Hobbysportler. Auch dann nicht, wenn man seinen Körper verändern will oder seine sportlichen Leistungen verbessern.


Ich selbst konnte mit Berardis Ansatz die letzten Wochen nicht nur mein Wohlfühlgewicht und meine Wohlfühlform halten, sondern auch meine sportlichen Leistungen weiter verbessern – somit also meine gesteckten Ziele erreichen. Ich kann im unangespannten Zustand meine Bauchmuskeln erkennen, habe erkennbare Streifen auf dem Rücken und meine zarten Schenkel würden vermutlich viele hier im Forum vor Neid erblassen lassen. Kurz gesagt, ich habe es natural geschafft wie ein Mensch auszusehen und so zu bleiben und habe dennoch soviel Lebensqualität beim Essen sieben Tage die Woche, wie bereits seit Jahren nicht mehr.




Mille grazie, Senior Berardi!


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